Berner Sennenhund I Warum diese Hunderasse so früh stirbt

Shownotes

Der Berner Sennenhund gilt als der freundlichste Familienhund, den man bekommen kann. Ruhig, geduldig mit Kindern, verträglich mit anderen Hunden. Und das stimmt sogar, die Daten geben ihm recht.

Es gibt bei dieser Rasse allerdings eine Zahl, die alles verändert. Sie steht seit Jahrzehnten in europäischen Studien, und ich habe noch keinen Züchter erlebt, der sie beim ersten Telefonat von sich aus nennt.

In dieser Folge geht es um seine Herkunft als Dürrbächler im Kanton Bern, um sein Wesen zwischen Gelassenheit und Wachsamkeit, um Erziehungsthemen, die direkt aus seiner Arbeitsvergangenheit stammen, und um seine Gesundheit. Zum Schluss sprechen wir über das Kapitel, das dieser Rasse seit über hundert Jahren anhängt, und darüber, welche Fragen du einem Züchter stellen solltest.

Alle Studien aus dieser Folge sind unten verlinkt.

Inhalt: 0:00 Intro - Berner Sennenhund Intro 2:13 Herkunft und Geschichte 5:19 Wesen und Charakter 7:31 Häufige Probleme mit dem Berner Sennenhund 11:12 Größe, Erziehung, Alltag 14:16 Gesundheit & Co. 16:27 Zuchtbedingtes Problem 19:59 Zum wem passt er?

Erwähnte Studien

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Transkript anzeigen

00:00:00: Es gibt Hunde, da sind sich so gut wie alle einig.

00:00:02: Der Berner Sendhund ist zu einem Hund!

00:00:05: Dieses schwarz-weiß-braune Fell, diese Blesse der Blick bei dem fast jeder einen Zuckerschock bekommt und der mit Kleinkindern total gut klarkommt.

00:00:14: Wer einen Familienhund sucht, der total gechillt.

00:00:17: es landet früher oder später beim Berner senden Hund – und das ist auch völlig zurecht so... Wenn du überlegst, dir einen Berner Sennenhund zu holen dann schau dir dieses Video bitte unbedingt bis zum Ende an.

00:00:28: Denn vielleicht triffst du da eine ganz andere Entscheidung.

00:00:33: und für dieses Video durfte ich wieder mit der Berner Sendhündin Diana drehen die ich tatsächlich auch schon mal gefilmt habe und zwar für mein Video Bürohund.

00:00:43: Die hätte ich am liebsten mitgenommen ist so eine tolle Hündin Bevor es losgeht.

00:00:46: mal ein kurzer Einschub.

00:00:48: unter jedem meiner Rasse Videos schreibt mir immer mal wieder jemand Ich würde jede Rasse schlecht reden.

00:00:54: Ich mache etwas komplett anderes.

00:00:56: Ich schaue mir eine Rasse von allen Seiten an und einer Rasse hat nun mal mehr als eine Seite.

00:01:02: Zu jedem Hund gehört die Geschichte, wofür er gezüchtet wurde.

00:01:06: Es gehört dazu was er im Alltag mitbringt Was er braucht und was er kann Und dazu gehört auch das, was in den Gesundheitsdaten steht.

00:01:14: Eine Rasseporträt, dass die Studienlage weglässt ist vielleicht ein nettes Porträt aber es ist unvollständig!

00:01:21: Ich bewerte hier keine Hunde.

00:01:23: ich trage zusammen was über sie bekannt ist aus Rassestandards, aus Studien, aus dem was wir mir Halterinnen und Halter erzählen Fachmenschen, die täglich mit diesen Tieren zu tun haben erzählen.

00:01:37: Was du daraus machst ist komplett deine Entscheidung!

00:01:40: Beim Berner Sendhund wirst Du gleich hören wie viel dieser Hund kann und Du wirst hören wo die Daten unbequem werden.

00:01:47: aber beides gehört in dasselbe Video.

00:01:50: Der Berner sendhund wird er als der gemütlichste Familienhund der Welt verkauft.

00:01:54: ruhig freundlich geduldig verträglich Und dieses Mal muss ich das auch gar nicht groß relativieren, weil dass die Daten über weite Strecken auch bestätigen.

00:02:02: Die Frage, die dieses Video trägt ist deshalb eine andere als sonst?

00:02:06: Sie lautet was kostet es dich diesen Hund zu lieben?

00:02:10: und da rede ich nicht nur über den monetären Aspekt!

00:02:13: Der Bernersennenhund kommt aus dem bernischen Voralpengebiet und er kommt aus einer Welt in der Hunde arbeiten mussten.

00:02:21: So wie eigentlich fast alle Hunde.

00:02:23: Na, nicht ganz alle... Aber viele Hunde.

00:02:25: Sein alter Name ist Dürrbächler, nach dem Weiler und Gasthaus Dürbach in Rigesberg, wo dieser dreifarbige langharige Hofhund besonders häufig anzutreffen war.

00:02:37: Zwei Berufsgruppen haben ihn geformt – da waren zum einen die Bauern, die im achtzehnten Jahrhundert im Kanton Bern zu Wohlstand kam.

00:02:47: Man kann sich eben einen großen Hund leisten und man braucht ihn auch, weil ein gut gefüllter Hofbettler- und Landstreicher angezogen hat.

00:02:55: Gefragt war eben der Hund mit respekt Einflössener Größe aufmerksam und unbestächtlich.

00:03:01: Zum anderen waren da die Kühe, die auf den hochweiten über tausend Meter das Vieh von Adel und Klöstern hüteten und sich zwischen dem sechzehnten und achzehn Jahrhundert zu selbstständigen Herdenbesitzern hocharbeiteten.

00:03:15: Sie brauchten einen Hund, der Rinder über lange Wanderungen zusammenhielt und fremde Tiere fernhielt.

00:03:21: Weil sich Hofhunde und Treibhunde jahrhunderte lang Munter vermischten waren das am Ende ein und derselbe Hund.

00:03:28: Dazu kamen der Zugdienst.

00:03:31: Metzger, Milchhändler, Handwerker und Gärtner spannten diese Hunde vor Karren.

00:03:35: Der Berner war das Lieferfahrzeug der kleinen Leute Und dieser Job hat seinen Körperbau geprägt.

00:03:41: Falls ihr das jetzt irgendwie alles sehr bekannt vorkommen sollte, vielleicht aus dem letzten Video über den Rottweiler dann ist es tatsächlich auch so.

00:03:49: Ja denn die beiden Rassen kommen ursprünglich tatsächlich aus der gleichen Richtung.

00:03:53: Interessant wird es um nineteenhundert, denn zu diesem Zeitpunkt stand die Rasse gerade ziemlich schlechter.

00:03:58: ein Gastwirt aus dem Kanton Bern überredete ein paar Freunde ihre Dürrbechler auf einer Hundeschau vorzuführen.

00:04:05: Ninzehundertzwei wurden dort vier dieser Hunde gezeigt.

00:04:10: folgte die internationale Hunderausstellung in Bern.

00:04:13: Und dort wurden vier Tiere primiert und ins Schweizer Hunde-Stammbuch eingetragen.

00:04:17: Merkt ihr diese Größenordnung?

00:04:19: Denn sie wird uns später noch mal beschäftigen!

00:04:22: Im November neunzenhundensiehn gründeten Züchter aus Burgdorf den schweizerischen Dürrbach Club und legten Rassekennzeichen fest, der Geologe und Kynologe Albert Heimschlug vor, den Hund passend zu dem anderen Schweizersendenhund um zu bedennen, was die Berner Züchter zunächst empört ablehnten.

00:04:40: Ihre Lieblinge hießen gefälligst Dürrbach-Hunde.

00:04:43: In den Neunzehnten gaben sie nach und aus dem Dürrebächler wurde offiziell der Berner Sennnund.

00:04:49: Und dann passierte in den Vierzigerjahren etwas das in kaum einem Rasseportree vorkommt.

00:04:55: Ein neufundländer namens Pluto vom Erlengrund deckte eine Berne Hünden.

00:05:01: Eine Hündin aus diesem Wurf ging zurück in die Berner Zucht und ein Urenkel aus dieser Kreuzung, eine Rüden namens Alex von Angstdorf wurde Welt-Siegerer.

00:05:10: Dieser eine Rühde deckte Einenundfünfzig Würfe!

00:05:14: Und behaltet ihr diesen Namen im Hinterkopf?

00:05:17: Wir kommen darauf noch zurück.

00:05:20: So, jetzt wird's mal angenehm.

00:05:21: Denn beim Wesen hat die Rasse einen richtig guten Tag!

00:05:25: In der Budapesta-Persönlichkeitsstudie Die Achtundneunzig-Rassen anhand von Halterangaben verglichen ist der Berner mit vier Neunzighunden vertreten und sein Profil ist dort erstaunlich eindeutig.

00:05:38: Bei der Verträglichkeit mit anderen Hunden steht er auf Rang sieben von Achtundeunzig bei der Gelassenheit in belastenden Situation Auf Rang vierzehn.

00:05:47: Das ist genauso ein Hund, den du auf einer Hunde wie sie siehst der ruhig stehen bleibt.

00:05:51: Während ihn einen probatierender Junghunde umkreist wie die Wespe das Eis.

00:05:55: Zwei weitere Werte fallen anders aus als die meisten erwarten bei der Kühenheit also seiner Unerschrockenheit gegenüber fremden Menschen oder fremdenden Reizen liegt er mit Rang forty-seven fast exakt im Mittelfeld.

00:06:08: Er isst weder ein Draufgänger noch eine Angsthasung und das Bild vom furchtlosen Wächter dass in manchen Rassebeschreibungen steht deckt sich damit einfach nicht.

00:06:17: Bei der Trainierbarkeit landet er auf Rang einundsiebzig und liegt damit unter dem Durchschnitt.

00:06:23: Gemeint es an dieser Stelle?

00:06:25: Lernwitz- und Spielfreude, kein Gehorsam, das möchte ich noch mal betonen!

00:06:29: Der Berner ist kein langsamer Hund im Kopf.

00:06:32: Er isst einen Bedächtiger.

00:06:33: Was du mit dem Berner im Alltag bekommst, ist sein Hund mit ausgeprägten Blick fürs Geschehen.

00:06:39: Der Berler beobachtet gern, ermeldet wenn etwas an der Tür passiert die durch drei Wände geht.

00:06:47: Als Welpe kann er ausgesprochen lebhaft sein und viele Halter erleben ein erstes Jahr, das mit dem gemütlichen Bild eine Sofa-Bären wenig zu tun hat.

00:06:56: Mit den erwachsenen Wehren fährt der dann spürbar herunter und wird zu dem ruhigen Hund wegen dem sich die meisten für ihn entschieden haben.

00:07:05: Er hängt sehr an seinem Menschen und er will immer dabei sein.

00:07:09: Im Zweifel auch mittags direkt unterm Tisch mit allen Kolleginnen zusammen, damit auch niemand ihn unbemerkt lässt.

00:07:15: Alleine bleiben lernt er natürlich wenn du sauber aufbaust.

00:07:18: aber ist jetzt kein Hund den nur zehn Stunden alleine zu Hause lassen solltest.

00:07:21: Und Diana macht sich so toll im Büro die liegt einfach da und pennt wenn nichts um sie herum passiert So dann schauen wir uns doch mal an ob es auch Probleme mit dem Bernersennenhund gibt.

00:07:32: Der Berner gilt als der Hund, der eigentlich keine Probleme macht.

00:07:35: Danke fürs Zusehen!

00:07:36: Tschüss!

00:07:37: Nein war natürlich ein Scherz.

00:07:38: Wenn er eine doch welche macht dann steckt dahinter selten ungehorsam.

00:07:41: Er erledigt häufig seinen alten Job Für den er mal gezüchtet wurde und für den er früher auch belohnt wurde.

00:07:47: Bei dieser Rasse gibt es vier häufige Baustellen die einem immer wieder begegnen Und jede dieser einzelne Baustelle hat eine Adresse in seiner Geschichte.

00:07:55: Die erste ist das Bällen an der Grenze.

00:07:57: Der Dürrbecher saß auf einem großen Hof, der nach Wohlstand aussah und genau deshalb kamen immer wieder Leute vorbei die dort nichts verloren hatten.

00:08:05: Seine Aufgabe war es eben zu melden wenn sich jemand nähert und zwar früh und laut.

00:08:10: diese Wachsamkeit ist etwas was bei dieser Rasse sehr deutlich hervortritt Und dieser Bewahrungsinstink lässt sich sogar mit nur ganz wenig Zutun auch noch verstärken.

00:08:22: Genau darin liegt nämlich die Falle.

00:08:23: Dein Hund wählt den Paketboten an, der Paketbote legt das Paket ab und verschwindet und aus der Sicht des Hundes hat er sein Bellen funktioniert.

00:08:33: Er hat ja den Fremden vertrieben!

00:08:35: Und beim nächsten Mal legt er dann noch ein bisschen mehr drauf.

00:08:38: Diesen Kreislauf muss ihm erstmal niemand beibringen sondern das passiert eben von ganz alleine wenn man in einem Haus wohnt oder in einer Mietwohnung.

00:08:46: Die zweite Baustelle ist der Besitz.

00:08:48: Der Hofhund bewachte im Wagen und Werkzeug, alles was seiner Familie gehörte.

00:08:54: Diese Neigung Gegenstände und Eigentum der eigenen Leute zu verteidigen ist bei vielen Bernern bis heute vorhanden.

00:09:01: im Wohnzimmer wird daraus der Kauknochen Der Lieblingsplatz auf dem Sofa oder auch der Kofferraum.

00:09:08: Bei einem Hund mit zwölf Kilo diskutiert man da vielleicht rüber, bei einem Fünfzig-Kilo-Hund bekommt die Sache ein ganz anderes Gewicht und deshalb gehört das Thema Tauschen und abgeben sehr früh in die Lebensmonate – nicht erst ins dritte Lebensjahr!

00:09:23: Die Dritte Baustelle stammt von den Küherhunden.

00:09:26: Der Berner hat neben dem Hofhund Charakter eben auch Trippund Eigenschaften bis heute in sich Und das ist der Grund, warum manche von ihnen eben auf schnelle Bewegungen reagieren.

00:09:37: Also auf rennende Kinder, auf Jogger oder Fahrräder.

00:09:41: und was da passiert?

00:09:42: Das hat mit Aggressionen im wenig zu tun.

00:09:44: Da läuft eine Herde weg!

00:09:45: Und irgendjemand muss sie ja zusammenhalten.

00:09:47: Die vierte Baustelle ist die, die am häufigsten falsch gelesen wird.

00:09:51: Der Berner is kein Hund.

00:09:52: für Stures Wiederholen Auf der Alp musste er in Situation selbst entscheiden und diese Eigenständigkeit steckt ihm noch heute in ihm Wenn du zehnmal dasselbe von ihm verlangst, ohne das er einen Zweck darin erkennt macht er bei einem elftmal vielleicht was ganz anderes.

00:10:07: Und Halter nennen das dann Sturr.

00:10:09: Erinnerst Du Dich noch an den Wert aus der Budapester Studie, bei dem er auf Rang einundsebzig landet?

00:10:14: Genau diese Situation steckt in solchen Zahlen!

00:10:17: Ein Hund, der Aufgaben zu Ende denkt sieht in einer Bewertung anders aus als einer, der sofort losspringt Und dann kommt halt etwas dazu, dass im Alltag komplett übersehen wird.

00:10:28: Auf dem Hof lernte dieser Hund seine Toleranz nebenbei!

00:10:32: Er wuchs zwischen Katzenhühnern, Knechten und Nachbarn... ...und vielleicht scharfen auf?

00:10:37: Niemand muss ihm erklären wer dazugehört.

00:10:40: Diese Schule gibt es in einer Stadtwohnung nicht mehr.

00:10:43: Was er früher vorbeigehen lernte musst du heute einplanen und zwar in den ersten Monaten, in denen sich sein Bild von der Welt zusammensetzt.

00:10:52: Dasselbe gilt eben für seine Arbeitswilligkeit.

00:10:55: Alles was er gemeinsam mit seinen Menschen tun kann tut dieser Hund gern und das ist eine der schönsten Eigenschaften dieser Rasse!

00:11:02: Ein Berner ohne Aufgabe sucht sich allerdings eine und meistens entscheidet er sich dann für einen Job, den seine Vorfahren am längsten hatten... ...und der bewacht dann ihm irgendwas.

00:11:13: Reden wir doch mal über das, was die Rasse im Alltag wirklich anspruchsvoll macht und dass es selten der Kopf ist.

00:11:18: Es ist der Körper.

00:11:19: ein Berner Rüde erreicht bis zu siebzig Zentimeter Schulterhöhe und wiegt zwischen vierzig und fünfzig Kilo.

00:11:26: Hündinnen liegen natürlich immer drunter.

00:11:28: Das ist eben dein Hund, der dich beim Anspringen umwirft ohne es böse zu meinen Und der dich an der Leine mitnimmt wenn er etwas Interessantes sieht und du gerade vielleicht konzentriert auf deinen Handy glotzt.

00:11:39: Erziehung ist bei dieser Rasse deshalb weniger eine Frage des Stils.

00:11:43: Sie ist eine Frage der Alltagstauglichkeit.

00:11:46: Leinenführigkeit, Rückruf und ein sauberes Warten an der Haustür gehören ins erste Jahr weil du sie mit fünfzig Kilo Hund eben nicht mehr nachholen kannst.

00:11:56: Beim Training funktioniert bei ihm dasselbe wie bei allen bedächtigen Hunden Ruhe Wiederholung und Konsequenz.

00:12:04: er lernt zuverlässig.

00:12:05: er lernte nur ohne Hektik.

00:12:08: Wer auch hier Druck aufbaut und den Antreib bekommt ein Hund, der langsamer wird statt schneller!

00:12:14: Wer im Zeit lässt, bekommt eine Zuverlässigkeit die richtig schön anzusehen ist.

00:12:20: Für Hundesport mit viel Sprung und engen Wendungen und viel Tempo ist der Berner von seinem Bau her, der falsche Kandidat.

00:12:28: Was er dagegen liebt und ausgezeichnet kann, ist Nasenarbeit und Pferde, weil er genau da in seinem Tempo bleiben darf – und stundenlang bei jedem Wetter draußen sein kann!

00:12:39: Ein Berner, der bei Nieselregen konzentriert eine Pferd ausarbeitet, ist ein glücklicher Berner.

00:12:45: Dann gibt es natürlich Punkte, die im Beratungsgespräch beim Züchter gerne untergehen.

00:12:50: Erstens – die Treppen!

00:12:52: Große Rassen mit Anlage zu Hüft- und Ellbogenproblemen gehören nicht in eine Wohnung im vierten Stockunteraufzug.

00:12:59: Und im Wachstum gilt das doppelt.

00:13:01: Zweitens das Wachsstum.

00:13:02: selbst ein Hund der in zwölf Monaten von einem halben Kilo Hund zu fünfzig Kilo heranwächst verzeiht Fehler bei Fütterung und bei Belastung schlecht.

00:13:14: Zu viel Energie, zu viel Calcium und viel zu lange Spaziergänge im Welpenalter kosten diesen Hund später die Gelenke.

00:13:22: Drittens Hitze – ein Hund im Wintermantel für Bergkönn hat im deutschen Hochsommer ein echtes Problem!

00:13:29: Und die Sommer werden nicht kürzer oder weniger heiß.

00:13:32: Spazieregänge müssen dann in die frühen Morgenstunden verlegt werden und dem Auto hat natürlich bei dreißig Grad kein Hund was verloren... Es sei denn, du hast ein klimatisiertes Auto wie wir.

00:13:42: Und viertens noch etwas das ich auch gar nicht so selten höre klingt erst mal nach einer Kleinigkeit ist es aber gar nicht!

00:13:47: Das Rasieren ist bei diesem Fell die falsche Idee.

00:13:50: dieses Doppelhaar isoliert in beide Richtungen und schützt vor Sonne.

00:13:54: was er braucht ist gründliches Bürsten bis auf die Unterwolle während des Fellwechsels auch mal täglich.

00:14:00: Bei vernachlässigter Pflege verfilst das Fell und fängt tatsächlich unangenehm an zu riechen.

00:14:07: Lass uns über die Gesundheit reden.

00:14:08: Der Berner bringt die Baustellen mit, die viele große Rassen mitbringen und dann noch ein paar eigene.

00:14:14: An den Gelenken sind Ellbogen und Hüft des Plasinen ein Thema weshalb seriöse Zuchtvereine hier auswerten und Zuchtwerte auch führen.

00:14:23: Der tiefe Brustkorb bringt ein Risiko für Madendrehungen mit – das ist Notfall bei dem wir nur ein paar Minuten bleiben stattstunden!

00:14:30: Dazu kommt eine erhöhte Anfälligkeit für Nierenerkrankungen und für meningitis arteritis.

00:14:36: Eine schmerzhafte Entzündung der Hirnhäute und Gefäße, die typischerweise junge Hunde trifft.

00:14:41: Erblich ist außerdem die degenerative myelopatie – eine langsam fortschreitende Erkrankung des Rückenmarks bei der sie hinter nach und nach ausfällt.

00:14:51: Die gute Nachricht dabei?

00:14:52: Es gibt einen DNA-Test dafür und er soll ausschließen, dass ihm zwei Trägertiere damit verpaart werden!

00:14:59: Wenn ihr in der Züchter erzählt, brauche ich bei meiner Linie nicht diese Kerne gesund.

00:15:04: Dann drehe dich direkt um und gehe.

00:15:06: Und jetzt mal zu einer unangenehmen Zahl!

00:15:08: In einer Schweizer Untersuchung wurden gemeinsam mit dem Schweizer Club die Lebensläufe von Berner Sendenhunden ausgewertet... ...die two-thausend eins und zwei-tausendzwei geboren wurden.

00:15:19: Von dreihundert neunundachtzig erfassten Hunden waren am Ende der Studie dreihundert einundachzig gestorben.

00:15:25: Die mittlere Lebenserwartungen lag bei acht Komma vier Jahren.

00:15:29: Hündinnen kamen im Mittel so auf acht Komma acht Jahre, Rüden auf sieben Kommasieben.

00:15:34: Eine niederländische Auswertung kam auf einen Median von acht Jahren.

00:15:38: Über alle Rassen hinweg liegen die Vergleichswerte in denselben Auswertungen bei etwa zehn bis elf Jahren.

00:15:44: Der Berner verliert also ungefähr ein Viertel seines Lebens gegenüber dem Durchschnittshund.

00:15:50: Und das lässt sich nicht alleine durch seine Größe erklären, denn andere Rassen dieser Gewichtsklasse liegen darüber!

00:15:57: Die Frage ist also woran stirbt der Hund?

00:16:01: In der Schweizer Auswertung waren Tumorerkrankungen bei fifty-eight Prozent der Fälle die Todesursache in der niederländischen bei über fünfundfünfzig.

00:16:10: Alles andere, also Gelenke, Wirbelsäure, Nieren, Magendrehungen kommt zusammen dann nicht annähernd an diesen einen Block heran.

00:16:18: Bevor wir so anschauen was da genau passiert müssen wir über die Zucht reden denn ohne die zucht ergibt der Rest überhaupt gar keinen Sinn.

00:16:28: Erinnerst du dich noch an die vier Hunde von der Berner Ausstellung, die als erste in Stammbuch eingetragen wurden?

00:16:34: Auf einer solchen Handvoll Tiere fußt diese ganze Rasse.

00:16:39: Und erinnerst Du Dich noch an den Weltsieger mit den Einundfünfzig Würfen?

00:16:42: Genau das ist der Mechanismus!

00:16:45: Eine Rüde gewinnt und alle wollen ihn.

00:16:48: Und innerhalb weniger Generationen steckt sein Erbgut in einem Großteil der Population.

00:16:54: was er ein Gute mitbringt verbreitet sich rasend schnell, was er an Krankheitsanlagen mitbringt.

00:17:00: Aber genauso!

00:17:02: Ein geschlossenes Zuchtbuch ist jetzt über hundert Jahre später im Messbar Und die Sterblichkeit dieser Rasse liegt deutlich über dem, was ihre Populationsgröße erwarten lässt.

00:17:12: Und bösartige Tumore sind bereits ab einem Alter von vier Jahren eine bedeutende Todesursache!

00:17:22: Und jetzt erteile ich die nicht dieser Rasse ausdrücklich zugutehalten will, weil er in der Hundewelt nämlich so selten ist.

00:17:39: Die Berner Szene hat das Problem nämlich nicht weggeschwiegen sondern der Schweizerische Sendhundverein für Deutschland arbeitet seit gut zehn Jahren gemeinsam mit der Tierärztlichen Hochschule Nanofa mit genomischen Zuchtwerten.

00:17:52: Es gibt einen Zuchtwert für Langlebigkeit es gibt Zuchtwirte für Hüfte und Ellenbogen und es gibt ein genomischen Vortest für die Krebsart über die wir gleich sprechen.

00:18:02: Ein Hund mit hohem Risiko wird dabei nicht aus der Zucht geworfen, er wird gezielt mit einem Partner aus der niedrigsten Risikoklasse verpaart.

00:18:11: um an dieser Stelle nochmal eins ganz deutlich klarzustellen und ganz deutlich zu sagen ich bin kein Verfechter davon Rassen auch reinzuhalten.

00:18:20: das möchte ich noch mal ganz strikt betonen.

00:18:23: warum mich dennoch über Rassensprecher obwohl ich Mischlinge eigentlich viel cooler finde ist dass in jedem Mischlingen eine Rasse Eine Ursprungsrasse drin steckt und auch deren Verhaltensweisen.

00:18:34: Und auch deren genetischen Anlagen.

00:18:36: Deswegen ist es mir wichtig, über einzelne Rassen zu berichten.

00:18:40: Es gibt eine Krebsart die den Berner Sennenhund überproportional trifft.

00:18:44: Sie geht von den Fresszellen des Immunsystems aus und befällt vor allen Dingen die Milz, die Leber, die Lunge und die Lymph Knoten.

00:18:53: Und in selteneren Fällen Knochen- und Nervensysteme, in der Gesamtpopulation aller Hunde ist sie selten.

00:18:59: Beim Bernersennhund liegt die Häufigkeit etwa bei ca.

00:19:03: zu zweit.

00:19:04: Also jeder vierte Hund dieser Rasse.

00:19:06: Das mittlere Alter bei Ausbruch liegt bei ungefähr sechs Komma fünf Jahren also mitten in dem Lebensabschnitt in dem andere gerade erwachsen geworden sind.

00:19:15: Die mittlere Überlebenszeit ab Diagnose wird in derselben Auswertung mit neunundvierzig Tagen angegeben, also sieben Wochen.

00:19:25: In der niederländischen Studie ließ sich mehr als jeder siebte Todesfall der Rasse direkt mit dieser einen Erkrankung zuordnen und ich erzähle es ausdrücklich nicht damit du diesen Hund abschreibst.

00:19:37: Ich erzähle dir das weil du beim Werner eine Entscheidung griffst die anders funktioniert als bei anderen Rassen.

00:19:43: Bei den meisten Rassen sollte es so dich fragen, ob dein Leben zu diesem Hund passt.

00:19:47: Bei diesem hier fragst du dich noch zusätzlich, ob du bereit bist einen Hund zu lieben der statisch gesehen viel zu früh geht und der dabei auch schnell gehen kann!

00:19:59: Der Bernersen-Hund ist einer der freundlichsten und verträglichsten Hunde die du in Deutschland bekommen kannst.

00:20:04: Er ist geduldig mit Kindern entspannt mit Artgenossen und er hat eine Art im Raum zu liegen, die ein ganzen Haushalt oder Büro ruhiger macht.

00:20:13: Und das ist keine Werbung, da steht tatsächlich so in den Daten.

00:20:16: Er passt zu dir wenn du im Erdgeschoss oder mit Aufzug wohnst Wenn du Platz genug hast und wann dann bei jedem Wetter zu deinem Leben dazugehört.

00:20:24: er passt zu Dir wenn Du bereit bist für einen Hund dieser Größe ein realistisches Budget einzuplanen Für Futter, Versicherungen und Tierarztrechnung die bei fünfzig Kilo Hund anders aussehen als bei fünfzehn.

00:20:38: Er passt zu dir, wenn du beim Züchter unbequem Fragen hast.

00:20:42: Und er passt zu dich, wenn Du mit Hundenhaaren auf dem Sofa kein Problem hast!

00:20:46: Er passt dagegen nicht zu dir... ...wenn Du einen Sportton für Tempo und Wendigkeit suchst weil dieser Körper dafür nicht gebaut ist.

00:20:54: Er passt auch nicht zu dir, wenn du zehn Stunden täglich außer Haus bist, weil dieser Hund gerne an seinem Menschen hängt.

00:21:00: und er passt vor allem da nicht zu Dir, wenn Du sicher bist dass Du ein Abschied mit sieben oder acht Jahren nicht verkraftest.

00:21:07: Das soll keine Schwäche sein.

00:21:09: das eine ganz ehrliche Selbsteinschätzung ob Du damit umgehen kannst oder nicht Denn die nimmt dir am Ende jede Vorfreude.

00:21:18: Und wenn du gerade überlegst, ob eine Rasse zu deinem Leben passt dann mach doch bitte vorher meinen Rassetcheck den ich unten in der Videobeschreibung verlinkt habe.

00:21:27: Ich danke dir fürs Zuschauen!

00:21:29: Pass auf dich auf, pass auf deinen Hund auf.

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